Regelungen lohntarifvertrag

Die Tarifverträge legen Lohn- oder Gehaltsregelungen fest, die allgemeine Regeln für die Berechnung von Mindestlöhnen oder Mindestlöhnen für die verschiedenen Arbeitsarten sowie ein Lohnsystem enthalten. Die gesetzlich vorgeschriebene normale oder normale Arbeitszeit beträgt acht Stunden pro Tag und 40 Stunden pro Woche, obwohl viele Tarifverträge weniger Arbeitszeiten vorsehen (z. B. 38,5 Stunden pro Woche). Jobert, A., Reynaud, J.-D., Saglio, J., and Tallard, M. (Eds.) (1993). Les Conventions collectives de branche : déclin ou renouveau ? Nr. 65. Paris : Céreq, La Documentation franéaise.

5Studien in Arbeitsbeziehungen von Ökonomen und Soziologen schlagen zwei verschiedene Ansätze vor. Die erste, die vor allem in der Arbeit von Francois Sellier (1961, 1993) zu finden ist, sieht in der Definition der Tarifverhandlungen und ihrer Wechselbeziehungen vor allem mit den Verhandlungsstrategien der verschiedenen Akteure zu tun. Der zweite Ansatz sieht die Verhandlungsebenen durch die Differenzierung ihres Inhalts (Lozier, 1993; Saglio, 1991). Jean Saglio zum Beispiel bietet eine solche Lesart der Wechselbeziehungen der verschiedenen Verhandlungsebenen, die für Lohnfragen spezifisch sind (Saglio, 1986, 1999, 2007): Einerseits bieten Vereinbarungen auf Branchenebene Bewertungsmaßstäbe für Regeln und Standards, während auf unternehmensebener Ebene andererseits über Lohnsätze diskutiert werden kann. Seine Arbeit konzentriert sich sowohl auf die Vielfalt der Kontexte und Geschichten, die jedes Konventionskollektiv mit spezifischen Regeln und Standards kennzeichnen (Saglio, 1987, 1991, 2009) als auch auf die außergewöhnliche Stabilität eines “Lohnsystems”, das im 20. Jahrhundert eingerichtet wurde und dessen Spuren am Ende des 19. Jahrhunderts gefunden werden können. Die Verflechtungen zwischen Tarifverhandlungen in der Industrie und auf Unternehmensebene zu untersuchen, ist also die Dualität zu untersuchen, die die Rolle der Regulierung von der der Lohnfestsetzung unterscheidet. Wir schlagen vor, die Aktualität dieser Auslegung aus drei Gründen zu prüfen.

1Das französische Lohnregulierungssystem auf der Grundlage von Tarifverhandlungen auf Branchenebene wurde von der Volksfront eingeführt und entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg im Rahmen des Gesetzes vom 19. Februar 1950 rasch.1 Drei Jahrzehnte lang waren diese Verhandlungen zusammen mit der staatlichen Aufsicht über den gesetzlichen Mindestlohn der Rahmen für Entscheidungen zur Lohnfestsetzung. Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene entwickelten sich nach der Gewährung der vollen Rechte für die gewerkschaftsliche Tätigkeit auf Unternehmensebene durch das Gesetz vom 27. Dezember 1968 (das die Möglichkeit eröffnete, lokale Gewerkschaftsabteilungen in Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten zu schaffen) und insbesondere mit der Einführung obligatorischer jährlicher Verhandlungen durch die Auroux-Gesetze von 1982 (Vort, Jobert, 2011; Le Crom, 2003).